Dr. Kolassa + Merz
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Österreich

Therapie der Hepatischen Enzphalopathie

Hepatische Enzephalopathie
Therapieansatzpunkt:
Senkung des Ammoniakspiegels durch Stimulation der Ammoniakentgiftung im Rahmen der Harnstoff- und Glutaminsynthese.

Der überhöhte Ammoniakspiegel im Blut bildet zugleich den wohl wichtigsten Angriffspunkt von Forschung und Therapieansätzen zur hepatischen Enzephalopathie. Der Düsseldorfer Hepatologe Prof. Dieter Häussinger, dessen Forschung über den Ammoniakstoffwechsel der Leber internationale Beachtung gefunden hat, stellt in seinen Studien Ergebnisse vor, die neue Impulse auch bei der Behandlung von Lebererkrankungen geben.

Auf der Grundlage biochemischer Überlegungen konnte er zeigen, wie man der versagenden Entgiftungsfunktion der Leber durch eine Beeinflussung der Glutaminsynthese entgegenwirken kann.

Entgiftung der Leber

Im Mittelpunkt des Interesses steht der "Leberazinus", die Funktionseinheit der Leber, in der der Abbau des Ammoniaks stattfindet. In diesem, einem Klärwerk ähnlichen Bereich der Leber, lassen sich zwei Typen von Zellen unterscheiden, die nacheinander angeordnet getrennte, sich in der Wirkung jedoch ergänzende, Aufgaben übernehmen, und dabei die Funktion einer zweistufigen Filteranlage erfüllen.

In der ersten Filterstufe werden ca. 80 % des im Stoffwechsel produzierten Ammoniaks zu Harnstoff abgebaut. Ammoniak, das diesem Filter entgeht, wird in der zweiten Filterstufe entgiftet. Hier sind es die Scavengerzellen ("Aufräumzellen"), die den restlichen Ammoniak durch Glutaminbildung abfangen.

Die kranke Leber

Sowohl die Harnstoffsynthese als auch die Glutaminsynthese sind bei Patienten mit Lebererkrankungen in einem großen Umfang in ihrer Entgiftungskapazität eingeschränkt. Funktionieren insbesondere die "Aufräumzellen" nicht mehr richtig (die Glutamin-Synthese wird bei der Fettleber bereits um die Hälfte reduziert, bei der Zirrhose um 80 %), so kann es zur Hyperammoniämie, d.h. zur Erhöhung des Ammoniaks im Blut kommen. Bei Zirrhosepatienten ist die Funktion des Klärwerks "Leber" gar mehrfach eingeschränkt. Zum einen ist die Kapazität des Organs, Ammoniak im Rahmen der Harnstoffsynthese abzubauen, stark beeinträchtigt. Zum anderen sind auch die Scavenger-Zellen defekt, so dass auch hier nicht mehr entgiftet werden kann.

Die behandelte Leber

Der Wirkstoff Ornithin-Aspartat verbessert die Entgiftungsfunktion der Leber. Es wird ein Wirkmechanismus in Gang gesetzt, der die Ammoniakentgiftung auf beiden Schlüsselwegen, der Harnstoffsynthese und der Glutaminsynthese stimuliert und damit die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Organs verbessert. So wird eine möglichst effiziente Beseitigung des giftigen Ammoniaks aus dem Körper sichergestellt und es wird verhindert, dass die so gefürchteten neurologischen Komplikationen einer hepatischen Enzephalopathie auftreten oder dass sich eine hepatische Enzephalopathie überhaupt erst ausbildet.

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Letzte Änderung: 06.02.2005, 18:53 Uhr - produced by GPM mbH

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Quelle: Merz Pharma Austria GmbH. Therapie der Hepatischen Enzphalopathie.
Online im Internet; URL: http://www.merz-pharma-austria.at/gesundheit/lebererkrankungen/enzephalopathie/therapie/
[Stand: 06.02.2012, 07:27]