Dr. Kolassa + Merz
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Die Leberzirrhose

Leberzirrhose
Die Leberzirrhose ist eine chronische Lebererkrankung, meist als Folge einer ausgeprägten progredienten Fettleber oder einer chronischen Hepatitis mit Zerstörung der Läppchenstruktur und knotigem Umbau des Leberparenchyms.

Ursachen

Häufigste Ursache der Leberzirrhose ist Alkoholismus (50%). Bei einem Drittel der Patienten ist die Zirrhose Folge einer Hepatitis. Seltener sind metabolische oder vaskuläre Ursachen.

Medikamentös-toxisch
Alkohol
Methotrexat, INH u.a.
Infektiös
Hepatitis B, C, D
Autoimmun
chronisch aktive Hepatitis, primäre biliäre Zirrhose
Metabolisch
M.Wilson
Hämochromatose
Alpha-1-Antitrypsinmangel
Glykogenose
Biliär
Strikturen, Stenosen, Mukoviszidose
Vaskulär
chronisches Rechtsherzversagen, Budd-Chiari-Syndrom

Funktionsverlust der Leber

Es kommt zu einem deutlichen Funktionsverlust der Leber, wobei die verschiedenen Partialfunktionen in unterschiedlicher Weise betroffen sein können. Wichtige körpereigene Stoffe können nicht mehr synthetisiert werden, der Stoffwechsel verschiedener Substanzgruppen wird nachhaltig gestört, und der Abbau toxischer Stoffwechselprodukte erfolgt nicht mehr in erforderlichem Ausmaß. In diesem Rahmen ist die verringerte Entgiftungskapazität der Leber als Ursache für eine Reihe von Komplikationen der Zirrhose, insbesondere die hepatische Enzephalopathie, zu erwähnen.

Eingeschränkte Ammoniakentgiftung

Wie Häussinger und Mitarbeiter (Kaiser et al. 1988, Häussinger et al. 1990) zeigen konnten, kann vor allem Ammoniak nicht in ausreichendem Maße abgebaut werden. Die Aktivität des Harnstoffzyklus und die Glutaminsynthese sind bei Patienten mit Leberzirrhose um 80% vermindert. Die Glutaminaseaktivität dagegen ist gesteigert, d.h. insbesondere die Freisetzung von Ammoniak ist in der zirrhotischen Leber deutlich erhöht.

Eingeschränkte Ammoniakentgiftung in der zirrhotischen Leber

Symptome

In Abhängigkeit von den Zirrhoseformen und der Progredienz der Erkrankung findet man eine Vielzahl von Symptomen. Neben Müdigkeit, Leistungsabfall, Appetitlosigkeit und gastrointestinalen Beschwerden treten Hautveränderungen auf. Weitere klinische Auffälligkeiten sind Verlust der Achsel- und Scham-Behaarung, Hodenatrophie sowie das Auftreten einer sogenannten Erdbeerzunge. Der Verlauf ist ausgesprochen chronisch.

Ablauf der Leberzirrhose

Der Ablauf der Zirrhose ist unabhängig von der Ätiologie weitgehend identisch. Durch Leberzell-Regeneration oder durch Aufbau von Bindegewebe versucht die Leber, dem Gewebeverlust entgegenzuwirken. Hieraus folgt der knotige Umbau der Leber. Die auftretenden Zirkulationsstörungen infolge der zirrhotischen Umwandlung der Leber können zu schweren Komplikationen wie Pfortaderhochdruck mit Bildung von Ösophagusvarizen und Varizenblutungen, zu Aszites, Gerinnungsstörungen, Nierenversagen sowie zur hepatischen Enzephalopathie führen.

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Quelle: Merz Pharma Austria GmbH. Die Leberzirrhose.
Online im Internet; URL: http://www.merz-pharma-austria.at/gesundheit/lebererkrankungen/leberzirrhose/
[Stand: 06.09.2010, 11:56]