Dr. Kolassa + Merz
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Häufig gestellte Fragen




1. Welche Warnzeichen gibt es für eine kranke Leber?

Leider fehlen oft auffällige Krankheitszeichen, die den Patienten frühzeitig warnen. Hinter folgenden Symptomen kann sich eine Lebererkrankung verbergen (nicht jedes Symptom muss eine ernste Ursache haben, aber die Ursache muss abgeklärt werden):

Bei fortschreitender Lebererkrankung zeigen sich auch:

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 Symptome bei Lebererkrankungen


2. Wie ernst muss eine Lebererkrankung genommen werden?

Die Leber ist ein robustes Organ. Von den meisten Entzündungen und Schädigungen kann sie sich sehr gut erholen und ist danach wieder voll funktionstüchtig. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Ursachen der Lebererkrankung rechtzeitig erkannt werden und die leberschädigenden Faktoren konsequent beseitigt bzw. behandelt werden.

Wird eine Lebererkrankung jedoch ignoriert und wird die Leber weiterhin den schädigenden Faktoren ausgesetzt, sind oft Leberzirrhose und auch Leberkrebs die Folge. Bei chronischen Lebererkrankungen kommt es auch zu Einschränkungen der Entgiftungsleistung (bei Fettleber bis zu 50 % und bei Zirrhose bis zu 80 %), woraus sich dann eine Hirnfunktionsstörung, die hepatische Enzephalopathie, entwickelt. Wenn Sie also den Verdacht haben, dass mit Ihrer Leber etwas nicht in Ordnung ist, sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt sprechen und sich dann strikt an seine Empfehlungen halten.

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 Leberzirrhose
 hepatische Enzephalopathie


3. Was versteht man unter einer Fettleber?

Fettleber Bei einer Fettleber ist der Fettgehalt der Leberzelle stark erhöht. Die Leber wird dadurch größer und schwerer und bekommt eine "fettgelbe" Farbe.

Die Fettleber ist meist Ausdruck einer Überernährung und/oder eines zu hohen Alkoholkonsums über längere Zeit. Auch Stoffwechselstörungen, z. B. Diabetes-Typ-2, können Ursachen einer Fettleber sein. Wenn nur 5 bis 15 % der Leberzellen verfettet sind, spricht der Arzt von einer leichten, bei 15 bis 30 % von einer mäßigen und bei 30 bis 50% von einer mittelgradigen bis starken Leberzellverfettung.

Die Fettleber verrät sich weniger durch krankhaft veränderte Blutwerte als vielmehr durch ein typisches "Ultraschallmuster".

Die Behandlung der Fettleber ist komplex, da der Arzt zunächst die Beseitigung der Ursachen anstrebt, während der Patient langfristig zu einer Ernährungsumstellung, d. h. auch Alkoholverzicht, bereit sein muss. Die leichte Fettleber ist eine zumeist harmlose, rückbildungsfähige Erkrankung. Die Fettleber kann aber zur Gefahr werden, wenn die Ursachen nicht beseitigt werden und ihr Fortschreiten nicht gebremst wird. Dann kann am Ende einer langjährigen Entwicklung die Zirrhose mit irreparablen Schäden stehen.

4. Was ist eine Leberfibrose?

Wird die Leber fortdauernd geschädigt, erhöht sich der Bindegewebsanteil der Leber – es kommt zu einer Fibrosierung der Leber. Eine geringfügige Leberfibrose verursacht keine Beschwerden und ist bei älteren Menschen eher ein Normalbefund.

Bei einer chronisch fortschreitenden Lebererkrankung kommt es zu einer schweren Leberfibrose, die dann in eine Leberzirrhose einmündet. Im Gegensatz zur Leberfibrose kann die Leberzirrhose nicht mehr rückgängig gemacht werden.

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 Leberzirrhose


5. Welche Folgen kann eine chron. Lebererkrankung haben?

Foto Leberzirrhose

Die häufigste Komplikation einer chronischen Erkrankung der Leber ist die Leberzirrhose, von der das gesamte Organ betroffen ist. Leberzellen werden in zunehmendem Maße zerstört. Die Leber versucht, diesen Verlust auszugleichen, und bildet als Ersatz neue Leberzellen und vernarbendes Bindegewebe. Dieses Ersatzgewebe kann jedoch die Aufgaben der gesunden Leber nicht in vollem Umfang übernehmen. Die Leberfunktionen sind nachhaltig gestört. Wenn dieser Vorgang fortschreitet, verhärtet sich die Leber, wird knotig umgestaltet und schrumpft schließlich. Als Folge dieser Zerstörung der Leberstruktur wird auch die Durchblutung der Leber stark behindert, so dass das Blut nicht mehr aus Pfortader und Leberarterie durch die Leber fließen kann und dann ein Pfortaderhochdruck entsteht.

Die Leberzirrhose ist die gemeinsame Endstrecke verschiedener Lebererkrankungen!

Die Leberzirrhose bedeutet eine schleichende Zerstörung der Leber, die folgendermaßen gekennzeichnet ist:

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 Lebererkrankungen
 hepatische Enzephalopathie


6. Was ist eine hepatitische Enzephalopathie?

Die Leber hat die Aufgabe, Verdauungsprodukte, die vom Darm zugeführt werden, umzubauen und zu entgiften. Wenn die Leber bei einer chronischen Schädigung ihre Entgiftungsfunktion nicht mehr erfüllen kann, entsteht eine besonders schwerwiegende Komplikation der Leberzirrhose, die mit dem Fachbegriff hepatische Enzephalopathie beschrieben wird. Es handelt sich um eine leberbedingte Hirnfunktionsstörung:

Erste Hinweise auf eine hepatische Enzephalopathie sind:

Treten diese Symptome im Zusammenhang mit einer chronischen Lebererkrankung (zumeist Leberzirrhose) auf, muss die Diagnose hepatische Enzephalopathie in Betracht gezogen werden. Weitere Untersuchungen helfen, die Diagnose abzusichern.

Bereits frühe Stadien der hepatischen Enzephalopathie sollten behandelt werden. Zuerst sollte versucht werden, die zugrunde liegende Lebererkrankung zu therapieren und somit die Entgiftungsfunktion der Leber so weit wie möglich zu erhalten.

Es gibt auch geeignete Therapiemöglichkeiten, so z. B. die Gabe einer speziellen Aminosäurenverbindung, die die Entgiftungsfunktion der Leber steigert. So können die neurologischen Komplikationen der hepatischen Enzephalopathie rasch und nachhaltig beseitigt oder minimiert werden.

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 Hepatische Enzephalopathie


7. Was bedeutet der Begriff Leberwerte?

Bei den Stoffwechselvorgängen in der Leber spielen bestimmte Eiweißstoffe (Enzyme) als Biokatalysator eine wichtige Rolle.

Die routinemäßig bestimmten Enzyme (Leberwerte) zeigen lediglich eine Schädigung der Leber an, sie sagen aber nichts über die Art der Lebererkrankung aus. Die Beurteilung der Enzymwerte (Leberwerte) erfordert ärztliche Erfahrung, da einige der für die Leberdiagnostik bedeutsamen Enzyme auch in Zellen anderer Organe vorkommen. Daher können sie bei vielen verschiedenen Krankheitsbildern verändert sein. Entscheidend sind das Enzymmuster und die Übereinstimmung mit weiteren Untersuchungsbefunden.

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 Leberwerte



8. Wie sehen die Normalwerte der lebertypischen Enzyme (=Leberwerte) aus?

Enzym
Normwertbereich
GGT
(= Gamma-GT)
Frau: unter 18 U/l
Mann: unter 28 U/l
ASAT bzw. GOT
(= Asparat-Aminotransferase)
(= Glutamat-Oxalat-Transaminase)
Frau: unter 15 U/l
Mann: unter 17 U/l
ALAT bzw. GPT
(= Alanin-Aminotransferase)
(= Glutamat-Pyruvat-Transaminase)
Frau: unter 19 U/l
Mann: unter 28 U/l
AP
(= alkalische Phosphatase)
Frau: unter 190 U/l
Mann: unter 190 U/l
GLDH
(= Glutamat-Dehydrogenase)
Frau: unter 3 U/l
Mann: unter 4 U/l

Grundsätzlich sollte bei erstmals festgestellten erhöhten Leberwerten in monatlichen Abständen eine Kontrolle durchgeführt werden.

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 Leberwerte

9. Was ist zu tun, wenn die Leberwerte nicht in Ordnung sind?

Es kann mehrere Gründe für erhöhte Leberwerte geben. Deshalb muss individuell geklärt werden, was im Einzelfall die Ursache ist und ob eine Therapie notwendig ist.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und klären Sie folgende Fragen ab:

Bis Ihr Arzt die Ursache und die Art der Störung festgestellt hat, sollten Sie alles vermeiden, was die Leber zusätzlich belastet. Das bedeutet: strikter Alkoholverzicht, leicht verdauliche Speisen, die nicht zu viel Fett und Eiweiß enthalten, keine große körperliche Anstrengung.


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Letzte Änderung: 21.02.2005, 20:38 Uhr - produced by GPM mbH

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Quelle: Merz Pharma Austria GmbH. Häufig gestellte Fragen.
Online im Internet; URL: http://www.merz-pharma-austria.at/gesundheit/lebererkrankungen/rat_und_hilfe/fragen_antworten/
[Stand: 06.02.2012, 07:43]