Ursachen der Vigilanzstörungen
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Für Bewusstsein, Wachheit und Vigilanz ist die Formatio reticularis des Hirnstammes von zentraler Bedeutung. Als Formatio reticularis fasst man ein Netzwerk von Neuronen zusammen, das sich vom verlängerten Rückenmark bis zum Zwischenhirn erstreckt. Dieses Neuronennetzwerk besteht aus sensorischen und motorischen Anteilen, die funktionell und morphologisch untereinander eng verknüpft sind. Die Formatio reticularis wird als zentrales Bewusstseinssystem angesehen, das durch äußere Stimulation angeregt wird und über thalamische Projektionsbahnen den Aktivierungszustand im Cortex reguliert.
Die Intaktheit der Formation reticularis ist demnach Voraussetzung eines normalen Bewusstseinszustandes. Schädigungen dieser Struktur haben drastische, meist akute Auswirkungen auf das Bewusstsein. Andererseits können Hirnverletzungen an anderer Stelle im Gehirn auch bei intakter Formatio reticularis durch die Beeinträchtigung spezifischer Informationsverarbeitungssysteme zu Bewusstseinsstörungen führen.
Diese Neurotransmittersysteme stehen unter normalen Bedingungen in einem ausgewogenen Gleichgewicht von aktivierenden und hemmenden Einflüssen. Wenn dieses Gleichgewicht gestört ist, ergeben sich Therapiemöglichkeiten durch eine gezielte Hemmung oder Verstärkung betroffener Neurotransmittersysteme, um das Gleichgewicht wieder herzustellen.



